INTERSPORT EYBL Bikereise Gran Canaria

Vorweg, es war eine tolle Reise und es wird aufgrund des Erfolges sicherlich eine Fortsetzung im nächsten Jahr geben.
Alle die nicht dabei waren haben nicht ETWAS versäumt, sondern VIELES!!!

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INTERSPORT EYBL Bikereise Gran Canaria

Alle die nicht dabei waren haben nicht ETWAS versäumt, sondern VIELES!!!
Und als ich begonnen hatte diese Woche in Worte zu fassen, bekam ich von einem Teilnehmer ein Mail, dass mich veranlasste, seine Betrachtung dazu zu veröffentlichen.

... denn man kann es nicht besser und humorvoller formulieren.

Danke Dir Wolfgang!

Taucherbrille vergessen!
Das Leben hoch zu Bike spielt sich zumeist im relativ wasserfreien Raum ab, lässt man die wohlbekannte chemische Verbindung H20 + Erde = Gaaaadsch außer Betracht. Die Mitnahme von Flossen, Neoprensmoking, Schnorchel und Taucherbrille kann somit in der Regel unterbleiben.
Allerdings sollte man beim Rechnungmachen niemals den Wirt bzw die Leute von Atlantic Cycling vergessen. Da geht’s wohl zur nassen Sache: die schmale Straße via Veneguera auf Gran Canaria entpuppt sich nach anfänglich schnöder Asphalttarnung als geröllhaldiger Traktorpfad quer durch wasserhelle Furten, bei denen so manch eine(r) von uns die Hinterflossen aus der Pedalverankerung gezogen und gen Himmel gehalten hat.
Nutzlos. Das Wasser ist ein gar flüchtig Medium und springt in Gesicht, auf Brust und Hintern. Kühlung tut wohl.
Wolfgang Fasching hätte sich bei seinen diversen Föhnerlebnissen in den USA einige solcher Naturkühler gewünscht. Für uns war’s eine Gaudi, wobei es sich bei letzterer um Hetz handelt. Der katalanische Architekt hat ja am Ende ein í wie die gleichnamige Gaudí-Bar im H 10 Hotel von Meloneras.
Die Revue der letzten Woche ist eine ereignisreiche:
Die Tour nach Sioux [sprich: suu]-City zeigt einigen MTB-Amateuren, die sich zum Großteil schick als Profis verkleidet haben, wo der Bartl den Most holt. Weiche rieselnde Erde deckt perfid grobes Gestein ab. Der schmale Weg zeigt sich mit zur Umarmung einladenden Kakteen begrenzt; der Patschenteufel hält auch gleich einmal reiche Ernte. Und so mancher Schlauch wird gewechselt. Das blendend ausgerüstete AC-Team äußert keinerlei Verlegenheit als es gar gilt einen Kettenbolzen zur Räson und Speichen aus der Achterverursachung zu zentrieren.
Von Bandagen über Kaktusstichen ganz zu schweigen – das ist Routine auf den makaronesischen Inseln.
Auch die anderen Touren sind voller Attraktionen: das vielfältige Massiv Gran Canarias lässt das Gefühl aufwallen, dass man sich die Fahrt in den Grand Canyon eigentlich sparen könnte. Atemberaubende Schluchten tun sich auf, Basaltsäulen dominieren die tief eingeschnittenen Täler, aus denen palmenfreundliche Oasen grüßen. Mandelbäume tragen ihre erste wie hingehauchte rosa Blüte, Ginsterbüsche bereiten sich zaghaft auf ihre gelbe Explosion im Februar vor. Da und dort stehen ausdörrende Blüteruinen der Agaven. Dragos oder Drachenbäume saugen das kaum vorhandene Wasser aus dem kargen Baum, über den vor zwei Jahren eine schreckliche Feuerwalze gezogen ist und eine schwarze Spur der Verwüstung hinterlassen hat. Stauseen sind maximal halb voll – genug für ein paar fette Barsche.
In vielen Felswänden sind Höhlen zu sehen. Diese versteinerten Blasen der vor etwa 80 Millionen Jahren noch flüssigen Magma, die da überall aus der sich bildenden Inselmasse herausgespritzt ist, dienten den Guanchen, den Ureinwohnern der Kanaren als Schutz- und Trutzbehausungen. Genützt hat ihr Widerstand gegen die Spanier im 15. Jahrhundert wenig. Die militärische und administrative Übermacht, die sich aus den Flottenstützpunkten Columbus’ über die Inseln ausbreitete, war zu groß. Nur ganz wenige Guanchen leben heute noch.
Die ersten Menschen wanderten vermutlich ab etwa 3000 v. Chr. von Osten auf die Kanaren ein. Wahrscheinlich stammen sie von Wüstenbewohnern der Sahara ab, die mit Binsenbooten von Nordafrika aus übersetzten. Dann kamen Phönizier daher, die um 1100 v. Chr. Handelsmöglichkeiten vor der westafrikanischen Küste erkundeten.
Hauptinsel der Guanchen war Teneriffa, von wo sich auch ihr Name ableitet: „Guanchinet“ (in der Sprache der Guanchen heißt Guan = Mensch und Chinet = Teneriffa) bezeichnete ursprünglich nur die Ureinwohner Teneriffas.
Biken macht hungrig. Kleine gemütliche Tapabars laden zu einer Clara ein. Hierbei handelt es sich nur in den seltensten Fällen um den Vornamen der Kellnerin sondern um einen hundsordinären jedoch erfrischenden Radler. Dazu ein Bocadillo, was ein resches weißes Weckerl mit Serranoschinken – das ist jener hervorragende luftgetrocknete Rohschinken, von dem die Spanier pro Kopf und Jahr etwa 55 kg mampfen – darstellt. Ein paar Tropfen vom extrajungfräulichen Olivenöl dazu lässt jeden Gedanken an Butter verblassen. Butter heißt übrigens mantequilla. Wer glaubt, sich bei seiner Bestellung im Restaurant auf Italienischkenntnisse zurückziehen und sich des Wortes burro bedienen könne, darf damit rechnen, in Spanien einen Esel serviert zu bekommen. Also bleiben wir lieber beim Olivenöl namens aceite, das wieder mit dem italienischen Wort aceto nix gemein hat. Aceto ist der Essig, der im Spanischen wieder vinagre, der wieder keinerlei Eingang zum Pfizer-Produkt zur Potenzsteigerung gefunden hat. Zum Glück: zieht einem doch ein Übermaß an Essig alles zusammen…. Alles klar?
Zum Bekämpfen des allabendlichen Generalhungers steht im Hotel ein gar exzellent sortiertes Buffet bereit. Hier kommt sowohl der mediterrane Freak als auch der österreichisch fixierte Gourmet auf seine Rechnung. Gebratener Tintenfisch am Spieß bietet sich neben Spaghetti und gebackenen Schnitzeln an, Salat und Früchte sorgen für vitaminösen Aufbau der sportlich ausgeraubten Reserven. Wolfsbarsch und Erdäpfel mit Runzelschale (papas arrugadas), Fleischknödel und Tortilla, Zarzuela und Zwiebelsuppe, Räucherlachs und Carpaccio vom Schwertfisch, Käse aus La Mancha und Valdeón aus den Pyrenäen, mandelreiches Eis mit dicker Schokoladesauce – schluck, schmatz!
Genuß pur, der allerdings nach schwitzendem Kalorienabbau am nächsten Morgen schreit.
Aufgrund der durch und durch geplanten Organisation konnten wir uns auch auf das Wetter verlassen. Hohe Wellen krachen gegen die Strände, Surfer profitieren von den Wogenkämmen. Über allem steht eine Sonne, die uns morgens auf den Bergen mit etwa 8 °C versorgt. An der Küste starten wir immer gleich mit 18 °C. Tagsüber klettert die Quecksilbersäule auf bis zu 25 °C im Schatten; in der Sonne wird bisweilen die 32er Marke überschritten.
Während wir uns im Süden Gran Canarias in der Sonne vergnügen, gehen im Norden der kleinen Inseln schwere Regenfälle nieder. Die Wolken bleiben dergestalt in den Bergen hängen, dass sich sogar einmal ein reich differenzierter Regenbogen präsentiert. Ein paar Tropfen verirren sich aus dem Gewölk zu uns. Avellanas = Erdnüsse = also Peanuts auf Deutsch!
Alle Teilnehmer haben sich rote Eybl-Trikots größenmäßig bestellt. Da die Dinger allerdings ein wenig groß geschnitten sind, erweckt die Fotogruppe den Eindruck versprengter Büßer von der letzten Osterprozession. Die violetten Bougainvilleabüsche unterstreichen das Eybl-Rot der Trikots, die gegen Ende der Woche in wohligem Kontrast zur Sonnenbräune der TrägerInnen stehen.
Eine Biketour auf den Kanaren im Jänner unterbricht die kalte und finstere Winterzeit Mitteleuropas. Bepackt mit viel Sonnenenergie und Vitaminen, mit Eindrücken aus einem traumhaft schönen Land und dem Gewinn neuer Freunde kehren wir zurück.

Für diese Art von Gepäck ist übrigens keine Gebühr für Übergepäck zu entrichten.

Hasta la próxima – hasta un otro viaje deportivo
Wolfgang


Viele Fotos von der Reise finden Sie in unserer Galerie.

 

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