UGANDA - RUANDA

Auf den Spuren der Berggorillas 11.Juli – 2.August 2010

Uganda - Ruanda

Unsere bereits 6. Reise nach Schwarzafrika führte uns nach Uganda und Ruanda. Wir wollten Uganda – nach Aussagen Winston Churchills „Die Perle Afrikas“ - mit seinen abwechslungsreichen Landschaften und Nationalparks kennenlernen und als krönenden Abschluss die Berggorillas und Uganda und Ruanda besuchen. Es handelte sich um eine Privatreise (= in dieser Form in keinem Katalog zu finden), die von mir zusammengestellt und von Sepp Kirchmayr – Reisebüro Travelandmore – organisiert wurde.

Murchinson Falls Nationalpark:

Von Entebbe aus fuhren wir zunächst nach Norden zu unserem 1.Ziel = Murchinson Falls Nationalpark. Auf dem Weg dorthin legten wir im Ziwa Rhino Sanctuary einen Zwischenstopp ein. In diesem Reservat werden Breitmaulnashörner nachgezüchtet, um sie später in den Nationalparks wieder auszuwildern, nachdem diese Tiere in vielen Ländern Afrikas völlig ausgerottet worden sind.

Gegen Abend erreichten wir die Paara Safari Lodge, die im nördlichen Teil des Nationalparks liegt = nördlich des Victoria Nil. Die Paara Safari Lodge ist bestens ausgestattet, sehr groß, mit einem schönen Blick auf den Victoria Nil. Obwohl dieser Lodge ein wenig das „Afrika – Flair“ fehlt, ist sie zu empfehlen, weil sie im nördlichen Teil des Nationalparks liegt, in dem sich der Großteil der Wildtiere dieser Region aufhält. ( Südlich des Victoria Nils gibt es zwar einige Lodges, aber zur Tierbeobachtung muss man mit einer Fähre über den Nil nach Norden fahren, weil sich im Südteil des Parks nur sehr wenige Wildtiere aufhalten.)

Uganda - Ruanda

Der Murchinson Falls Nationalpark bietet die typische afrikanische Savannenlandschaft mit den dort heimischen Tieren, angefangen von Elefanten, Büffel, Giraffen, Raubkatzen und zahlreichen Antilopenarten. Sehr lohnenswert sind zwei Bootstouren: Die Fahrt auf dem Victoria Nil zu den Murchinson Falls und die Fahrt auf dem Victoria Nil bis zu seiner Mündung in den Albertsee. Auf beiden Touren kann man die großartige Vogelwelt Ugandas beobachten, sowie zahlreiche Wildtiere, die zum Trinken ans Wasser kommen. Wenn man Glück hat, kann man auf diesen Touren auch den sehr seltenen Schuhschnabelstorch entdecken.

Unseren einzigen Ausflug in den Südteil des Nationalparks unternahmen wir in den Budongo Forest. Es handelt sich dabei um eines der größten und besterhaltenen Regenwaldgebiete Ostafrikas. Dort erlebten wir eine großartige Pflanzenwelt und unternahmen erfolgreich ein Schimpansentrekking.

Semliki Valley Wildlife Reserve:

Nach 4 Tagen machten wir uns auf die Weiterreise zum Semliki Valley Wildlife Reserve, das an der Westgrenze Ugandas südlich des Albertsees liegt. Die Fahrt führte durch abwechslungsreiche Landschaften, zahlreiche Dörfer, wo wir das Alltagsleben der Bevölkerung beobachten konnten, über Hoima, Fort Portal, an den Hängen des Ruwenzori Gebirges entlang zur Semliki Wildlife Lodge. Diese Lodge ist wunderschön gelegen, bietet jeden Komfort und hat eine exzellente Küche.

Uganda - Ruanda

Uganda - Ruanda

Die Pirschfahrten von der Lodge aus führen durch schöne Landschaften mit schönen, aber nicht außergewöhnlichen Tierbeobachtungen. Was uns an diesen Ort zog, war die Aussicht, bei einer Bootstour auf dem Albertsee neben zahlreichen anderen Wasservögeln den seltenen Schuhschnabelstorch zu sehen, was uns an diesem Tag auch mehrfach vergönnt war. – Das Südufer des Albertsees bietet eine der besten Beobachtungsmöglichkeiten für diese seltenen Vögel.

Semliki Nationalpark, Kibale Forest und Bigodi Wetland Sanctuary:

Vom Semliki Valley Reserve ging es zunächst weiter nach Westen bis an die Grenze zum Kongo, wo der Semliki Nationalpark liegt. Diese Fahrt ist nur zu empfehlen, wenn man die heißen Quellen besuchen und die zum Teil einzigartige Vogelwelt der Region erleben möchte. Ansonsten rate ich von diesem Abstecher ab, weil die Straße in einem elendigen Zustand ist und das feuchtheiße Klima dieses Tieflandes zur Qual wird.

Was noch dazu kommt: In dieser Region hat man Erdöl gefunden. Es ist zu befürchten, dass in den kommenden Jahren durch die Ölförderung alle negativen Erscheinungen des Kapitalismus auf eine intakte Natur und vor allem auf die Bevölkerung zukommen. (Die Chinesen sind z.B. jetzt schon dabei, in der Region Straßen zu bauen, um am Ölboom mitnaschen zu können ……, Grundstücks – und Lebensmittelpreise steigen etc….)

Nach diesem anstrengenden Abstecher ging es weiter zur Ndali Lodge, einer ehemaligen Teefarm, die in einer wunderschönen Hügellandschaft mit zahlreichen Kraterseen liegt. Von dort aus besuchten wir zunächst das Bogodi Wetland Sanctuary – ein Ökotourismusprojekt mehrerer Gemeinden. Lohnenswert, da man neben zahlreichen Kulturpflanzen auch zahlreiche Primaten und Vögel beobachten kann.

Uganda - Ruanda

Ein weiterer Ausflug führte zum Highlight der Region – dem Kibale Forest. Dieser Nationalpark besitzt eine der größten Primatendichten weltweit. Das Schimpansentrekking dort ist nicht anstrengend, sehr spannend und fast immer von Erfolg gekrönt! – Ein absolut lohnendes Ziel!

Queen Elisabeth Nationalpark:

Unser nächstes Ziel war der Queen Elisabeth Nationalpark, wo wir in der Mweya Safari Lodge unser Quartier bezogen. Die Lodge liegt wunderschön auf einer Halbinsel zwischen Elisabeth See und Kazinga Kanal. Sie ist gut ausgestattet, bietet vorzügliche Küche und vermittelt trotz ihrer Größe gutes Afrika – Feeling.

Der Queen Elisabeth Nationalpark bietet abwechslungsreiche Savannenlandschaften, Kraterhochländer und üppig bewachsene Uferregionen, also ideale Voraussetzungen für einen Nationalpark.

Leider gibt es 2 Dinge zu bemängeln:

1. Es gibt bis heute einige Dörfer mitten im Nationalpark. Die Menschen leben von der Viehzucht, weshalb Konflikte, vor allem bei Begegnungen mit Raubkatzen vorprogrammiert sind. – Sobald Raubkatzen Kühe reißen, werden z.B. die Löwen rücksichtslos vergiftet. – Wohl ein Grund, warum man Raubkatzen in diesem Nationalpark eher selten zu Gesicht bekommt.

2. In der trockenen Jahreszeit = afrikanischer Winter von Mai bis September = wird in diesem Park das trockene Gras großflächig bewusst abgebrannt. Das hat zur Folge, dass – abgesehen von der Vernichtung der Kleinlebewesen im Boden – viele Wildtiere in dieser Jahreszeit in entlegenere Gebiete abwandern und die zentralen Fahrtrouten im Park eher wenig Beobachtungsmöglichkeiten für Wildtiere bieten.

Uganda - Ruanda

Sehr zu empfehlen ist allerdings eine Bootstour auf dem Kazingakanal = die natürliche Verbindung von Edward - und Georgesee. Die Tier – und Vogelwelt entlang der Ufer ist wirklich beeindruckend.

Nach vier Tagen reisten wir weiter in die Ishasha Region des Queen Elisbeth Nationalparks. Auch hier zum Teil „verbrannte Erde“, dennoch war in diesem Teil des Parks die Tierpopulation wesentlich höher, z.B. große Herden an Topis und Uganda – Kobs. Übernachtet wurde im Ishasha River Camp, einem echten Zeltcamp – allerding jedes Zelt sehr groß und mit Bad und WC im Zeltausgestattet. Sehr zu empfehlen, denn man ist wirklich hautnah an der Natur, nur durch die Zeltleinwand getrennt !

Bwindi Impenetrable Forest:

Unsere nächste Station war die Buhoma Lodge im Biwindi Impenetrable Forest. Auch sie ist sehr gut ausgestattet mit großzügigen Zimmern und ausgezeichnetem Essen. Buhoma ist der Ausgangspunkt für die Gorilla Trekkings in Uganda.

Ein Wort zu den Gorilla Trekkings in Uganda und Ruanda:

Die Permits sollte man zumindest ein halbes Jahr im Voraus buchen, denn vor Ort sind die Trekkings regelmäßig ausgebucht, weil die Teilnehmerzahlen pro Gorillagruppe auf 8 Personen pro Tag beschränkt sind. Die Beobachtungsmöglichkeiten sind in Ruanda besser als in Uganda, weil die Gorillas in Uganda zumeist im dichten Wald leben, während das Gelände in Ruanda mehr aufgelockert ist, weshalb die Lichtverhältnisse und damit die Beobachtungsmöglichkeiten wesentlich günstiger sind. Der Ablauf der Trekkings und auch der Preis ist in beiden Ländern gleich. Die Besuchszeit bei den Tieren ist immer auf 1 Stunde begrenzt. In der trockenen Jahreszeit = Mai – September – ist der Anmarsch zumeist wesentlich einfacher, weil der Boden meist trocken ist, denn sobald es regnet, ist der Boden rutschig und schlammig, richtige Wege gibt es nicht. Man sollte für das Gorillatrekking zumindest eine gute Grundkondition mitbringen. Die Wahrscheinlichkeit, dass man Gorillas wirklich sieht, ist in beiden Ländern sehr groß.

Uganda - Ruanda

Unser Gorillatrekking in Uganda verlief sehr einfach, da sich unsere Gorillagruppe an diesem Tag neben einem Forstweg aufhielt und wir keinen langen Anmarschweg hatten. Die Guides bemühen sich sehr, den Besuchern möglichst alle Tiere einer Gruppe zu zeigen. Sie schlagen auch das Unterholz aus, um den Gästen – soweit dies eben möglich ist – einen guten Blick auf diese Tiere zu ermöglichen. Wir waren schon mehrmals in Afrika unterwegs, aber der Anblick dieser sanften Riesen gehört absolut zu den Highlights aller Tierbegegnungen, die wir jemals in Afrika hatten.

Gorilla – Trekking in Ruanda:

Nach diesem beeindruckenden Erlebnis ging unsere Fahrt weite nach Ruanda, wo wir nochmals 2 Tage bei den Gorillas verbringen wollten. Wir übernachteten im Gorilla Nestcamp, das ganz in der Nähe von Kinigi, dem Ausgangspunkt für die Gorillatreckings liegt.

Achtung – wichtig: Das Einreisevisum für Ruanda unbedingt vor der Reise in Europa besorgen, denn an der Grenze Ruandas werden keine Visa ausgestellt !!!

Ruanda, das Land der 1000 Hügel, ist in seiner Entwicklung wesentlich weiter als Uganda. Alle Hauptstraßen sind asphaltiert, die Menschen sind fleißig und haben Arbeit, die Wirtschaft weist gute Wachstumsraten auf, es gibt Schulen und Spitäler, die strengen Gesetze des Landes werden strikt befolgt.

Die Gorillatrekkings sind in Ruanda ebenfalls sehr gut organisiert. Die Beobachtungsmöglichkeiten sind besser als in Uganda, da das Gelände zumeist etwas freier ist. Wie lange man unterwegs ist, hängt davon ab, zu welcher Gorillagruppe man zugeteilt wird. – Auch diese beiden Tage waren für uns unvergessliche Erlebnisse.

Lake Mburo Nationalpark:

Auf dem Rückweg nach Entebbe verbrachten wir noch 2 Tage im Lake Mburo Nationalpark in Uganda. Ein wunderschöner, kleiner Nationalpark, der einzige, wo man in Uganda Impalas und Zebras sehen kann. Neben der Tier – und Vogelwelt war aber dort die Mihingo Lodge ein absolutes Highlight. Diese Lodge, wunderschön auf einem Hügel gelegen, ist ein Zeltcamp, bestens ausgestattet, großzügig gestaltete Räume, herrliche Aussichten, mitten im Busch, - eine der besten Lodges, die wir in Afrika jemals erlebt haben, absolut empfehlenswert !

Uganda - Ruanda

Resumee der Reise:

Die sehr abwechslungsreichen Landschaften, die Nationalparks, die Lodges, vor allem aber der Besuch bei den Berggorillas machen Uganda und Ruanda zu absolut lohnenswerten Reisezielen in Afrika. Wer allerdings das erste Mal nach Afrika reisen will, soll, wenn er nicht zu den Gorillas möchte, nicht unbedingt Uganda als Reiseziel wählen, da in den Nationalparks nicht die Fülle an Tieren zu sehen ist, wie dies in Tansania oder Botswana der Fall ist.

(Der Grund dafür liegt auch in der früheren Kriegszeiten, wo durch Wilderei die Nationalparks leergeschossen worden sind und die Tierbestände sich erst langsam erholen. ) Wer allerdings an der Vogelwelt Afrikas interessiert ist, für den ist Uganda ein Traumziel. Das gilt auch für die Beobachtung von Primaten, in kaum einem Land Afrikas kann man neben den Gorillas so viele verschiedene Affenarten beobachten wie in Uganda. Die beste Reisezeit ist die Trockenzeit von Mai bis September. Die Reise ist nicht billig, aber absolut lohnenswert.

Uganda - Ruanda

mit freundlichen Grüßen / with best regards

Familie Grabscheit



Viele Fotos von der Reise finden Sie in unserer Galerie.

 

Copyright © 2010 Travel & More, Inc. All Rights Reserved.